Valentin Erben – Vita

Um die Wurzeln des gebürtigen Wieners zu finden, muss man nach Böhmen, Slowenien, Siebenbürgen und sogar Holland reisen. Der Vater, musikbegeisterter Physiker, und die Mutter, Berufspianistin, lehrten ihren Sohn, keinen Tag ohne Musik verstreichen zu lassen.

Valentin Erben

Als er 1967 in Paris mit dem Premier Prix du Conservatoire National Supérieur de Musique ausgezeichnet wurde, sagte ihm sein Lehrer, André Navarra, etwas skeptisch voraus:
“Du wirst in deinem Leben einmal zuviel Kammermusik machen”.
Als er ihn Jahre später mit dem Alban Berg Quartett hörte, erklärte er Valentin Erben – diesmal voll Bewunderung – zum »Virtuosen der Kammermusik«.

Günter Pichler, Primarius des Alban Berg Quartetts, nennt ihn den »Engel des Streichquartetts«.

Valentin Erben – im Quartett

Als Gründungsmitglied des Alban Berg Quartetts bereist er alle großen Musikzentren der Welt: Wiener Konzerthaus, Berliner Philharmonie, Theatre de Champs Elysées Paris, Carnegie Hall, Concertgebow, Queen Elisabeth Hall London, Mailänder Scala, Japan, Korea, Taiwan, alle großen Festivals…, dabei kommt es zur Zusammenarbeit mit Künstlern wie Elisabeth Leonskaja, Alfred Brendl, Rudolf Buchbinder, Helmut Deutsch, Maurizio Pollini Andras Schiff, Tabea Zimmermann, Heinrich Schiff, Alois Posch, Sabine Meyer, Claudio Abbado, Simon Rattle u.a..

Ein großer Teil des Quartettrepertoires wird auf CD aufgenommen und mit zahllosen Preisen ausgezeichnet.

Valentin Erben – die Solo-Karriere

Nach 38 Jahren wird eine neue Seite in Erbens Biographie aufgeschlagen: geprägt und animiert von großem künstlerischen Reichtum und der tiefen Einsicht in die Musik, die ihm das Quartettleben gebracht hat.

Valentin Erben

Er wird von verschiedenen Orchestern als Solist eingeladen, erfüllt sich aber auch bisher unrealisierbare Wünsche: Er trifft Schauspieler, Tänzer, Choreographen.

Subventioniert durch das taiwanesische Kultursministerium arbeitet er mit LAFA Dance Company von FangYi Sheu – einer chinesische Primaballerina der berühmten Martha Graham Dance Company, New York – an einem Programm für Solotanz und Cello.

Beim Heidelberger Frühling kommt seine Version für Cello solo und Rezitation des “Zauberlehrling” von Paul Dukas zur Uraufführung neben Stücken für Cello solo von György Kurtag.

Es folgen Tourneen in größerer Kammermusikbesetzung mit dem Belcea Quartett (Aufnahme auf CD von Schuberts Streichquintett) und dem Arditti Quartett, sowie Auftritte bei mehreren Festivals in Frankreich: Festival “Bel Air” mit Renaud Capucon, “Les Musicales d’Orient” (mit Elisabeth Leonskaja, Alois Posch, Belcea Quartett).

Valentin Erben – der Lehrmeister

Nicht zuletzt aber ist er sich der Verpflichtung bewusst, seine künstlerischen Erfahrungen an die jüngere Generation weiterzugeben.
Neben seiner Professur für Cello an der Wiener Musikuniversität und einer Gastprofessur für Kammermusik an der Kölner Musikhochschule hält er Meisterkurse an der Accademia Chigiana in Siena, “ProQuartet” Paris, Summerschool Hamburg, “Reina Sofia School of Music” in Madrid.

Er spielt das Cello »Ex Pierre Fournier« und »Ex Yo Yo Ma« von Matteo Gofriller, 1723.