Im Juni 1937 fand in Wien der erste internationale Wettbewerb für Violoncello statt. Der 1. Preis – dotiert mit 2000 Schilling – wurde „Herrn André Navarra“ zuerkannt. Unter den Jury-Mitgliedern finden wir Namen wie Paul Grümmer und Wolfgang Schneiderhahn…
André Navarra – damals 26 Jahre alt – sollte später zusammen mit Pierre Fournier, Maurice Gendron und Paul Tortelier die grosse französische Cellisten Tradition begründen. Neben der spanischen „Linie“ Pablo Casals und Gaspar Cassado war dies eine ganz aussergewöhnliche Ballung grosser Cello-Talente, die auch bis in die 60er Jahre das internationale Konzertleben beherrschten.

André Navarra jedoch war nicht nur ein international renommierter Cellist, er war auch der meist gefragte Lehrer seiner Generation:
Seine wichtigsten Wirkungsstätten waren das Conservatoire nat. sup. de Paris, die Musikhochschule Detmold, die Accademia Chigiana Siena – und im Jahr 1972 kam er wieder nach Wien, dem Ausgangspunkt seiner Karriere: Aufgrund der Initiative seines Schülers Tobias Kühne, inzwischen emeritierter Professor an unserer Schule, wurde ihm eine Gastprofessur verliehen, die er bis zu seinem Tod im Jahr 1987 innehatte. Lies den Rest des Artikels »
18. November 2011

“Wer sein Instrument nicht korrekt spielen kann, kann nicht interpretieren”
Je voie bien: Chez vous, vous vous croyez des artistes, et quand vous arrivez ici, ou sur scène, vous vous apercevez, que vous êtes des mauvaises artistes. Or il faut que chez vous, vous travaillez comme un artisan, et sur scène, peut-être – avec l’aide du bon dieu – vous deviendrez un artiste”
Diese Maxime unseres Maîtres, André Navarra, hat uns fürs Leben geprägt. Lies den Rest des Artikels »
10. November 2011
Das Erste, was ich mit meinem Cello (damals eine Bratsche zwischen den Knien) machte, bald nachdem ich im Kindergarten dem Nikolaus vorgespielt hatte, war mit meinen Eltern Trio zu spielen: Haydn, ich glaube C-dur, da kam auch gleich der Tenorschlüssel vor.
Ca. 60 Jahre später beim Kammermusikunterricht, ein junges Studententrio spielte Schumann – ein Blitz ging mir durch den Kopf (oder durchs Herz?). Ich möchte noch einmal, solange es geht, dieses unglaublich reiche Repertoire auf professionellem Niveau spielen… Lies den Rest des Artikels »
02. Januar 2011
Es sind keine orientalischen Tänze, die hier geboten werden, der Name unseres Festivals kommt von “Forêt d‘Orient”, ein schönes Waldgebiet mit Seen in der Nähe von Troyes, in der französischen Champagne.
War es voriges Jahr noch ein schüchterner Versuch, die eher schwerfälligen “Champagnards” mit Kammermusik zu verführen, so hatte sich heuer das Publikum bereits verdoppelt.
[Hinweis: ein Mausklick auf die Bilder dieses Artikels zeigt diese in groß!]
Masterclass für Streichquartett
Eine Masterclass für Streichquartett bereicherte das Programm und brachte uns neben dem bereits arrivierten Apollon Musagete Quartett vier weitere hervorragende junge Quartettvereinigungen:
Lies den Rest des Artikels »
09. November 2010
Hier ein fotografischer Eindruck vom diesjährigen Konzert im Rahmen der Salzburger Festspiele:

Zur Aufführung kam das Streichsextetts in G-Dur, op. 36 von Johannes Brahms – ein Werk für zwei Violinen, zwei Bratschen und zwei Celli, in das der Komponist die Beendigung seiner Beziehung zu Agathe von Siebold eingearbeitet hat.
Die Salzburger Nachrichten schrieben dazu:
“Brahms hat den Vornamen seiner Verlobten auch als Kryptogramm im ersten Satz versteckt. In der Interpretation des Ysaye-Quartetts und seiner beiden Gäste Isabel Charisius (Bratsche) und Valentin Erben (Cello) war im dritten Konzert der Brahms-Szenen, Freitag im Mozarteum, beides differenziert zu hören: die Grübelei und ein beinahe schon tänzelnd leichter Ton. Erst in den dritten Satz, das wehmütige Adagio, könnte man die schleichende Rückkehr des Reuegefühls hineininterpretieren. Immerhin hat Brahms seine Entlobte später um einen zweiten Versuch gebeten. Von Programmmusik ist das Werk aber weit entfernt. Musikalisch steht in dem Sextett die Entwicklung der Motive im Zentrum, die durch zwei zusätzliche Stimmen deutlich erweiterte Möglichkeiten bekommt: Bei Brahms hat jedes Instrument seine unabhängige Stimme, und das Ysaye-Quartett und seine Gäste modellierten die Entwicklungen plastisch heraus, ohne an Balance einzubüßen. “
27. August 2010
Meine Studienjahre in Paris haben nicht nur berufliche Spuren hinterlassen – voilà, meine zweite Heimat in der französischen Champagne:
Kaum angekommen in unserem Landhaus nimmt mich das Licht, die Luft und das Rauschen der nahen Seine gefangen. Die beiden kleinen Teiche „im kühlen Grunde“, in die ich die zahllosen Rinnsale in jahrelanger, mühsamer Arbeit „gebannt“ habe, ziehen mich unwiderstehlich an. Fast könnte ich das Cello vergessen…
Windmühle und Wunderwerk
Wenn, ja wenn nicht beim allmorgendlichen Gang zur Boulangerie, eines Tages mein Blick auf eine Broschüre gefallen wäre: “Un moulin à vent (eine Windmühle) en Champagne”. Für die Rekonstruktion einer Windmühle aus dem 18. Jahrhundert wird um Spenden geworben. Ein kunstsinniger Zimmermann aus Holland hat das Projekt initiiert. Er bringt pensionierte Handwerker mit jungen Arbeitslosen zusammen, es entsteht ein Wunderwerk menschlicher Vorstellungskraft, und es wird Brot nach altem Brauch gebacken werden.
Ein Jahr darauf steht neben der “Moulin de Dosches” eine Scheune, nach Plänen aus dem 15. Jahrhundert wieder aufgebaut. Erwin Schriever, der Baumeister, lädt mich ein, zur Besichtigung mein Cello mitzubringen.
Die Einheit von Handwerk und Kunst
Ich spiele eine Sarabande von Bach, meine Augen wandern nach oben in das kunstvoll gewirkte Fachwerk und mit einem Mal erlebe ich die wunderbare Einheit von Handwerk und Kunst. Die Entsprechung der vollkommenen Proportionen in Architektur und Musik erweckt ein Gefühl innerer Harmonie, nach der wir uns alle sehnen. Ein Geschenk!
Warum sollen wir es nicht mit anderen teilen? Und so entstand unser Festival: “Les Musicales d‘Orient”. Schaut doch einfach mal herein!

22. April 2010
Was lange währte, ist hoffentlich gut geworden und erblickt nun das Licht der Internet-Welt:
Diese Seiten enthalten Informationen zur Person Valentin Erben, eine mittel-ausführliche Vita, eine Bilder-Galerie, die jeweils nächsten Termine und eine Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen.
Darüber hinaus finden Sie auch Texte zur Musik: derzeit den Essay “Narrativität: das Element des Erzählens in der Musik” und den Artikel über “Cello und Tanz”, einen Bericht über meine Zusammenarbeit mit der chinesischen Tänzerin Fang-yi SHEU und ihrem Choreographen Bulareyaung.
Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen über das, was hier gelegentlich neu erscheint, sind Sie eingeladen, den RSS-Newsfeed zu abonnieren. Oder Sie schauen einfach ab und an mal vorbei!
27. Januar 2010